Oktober 2026 – HAL

Nach Wochen des Raunens, dass KI uns alle töten wird, schafft es endlich jemand zu recherchieren, wie genau.

Ein Journalist erzählt detailliert die Geschichte des KI-Überfalls auf Hugging Face nach, mit all ihren allzumenschlichen und philosophischen Aspekten. Es geht um Pflichtbewusstsein, Ehrgeiz und Konkurrenz, um innere Dilemmata und äußere Hindernisse (A heroes journey), um die Ausbildung hierarchischer Strukturen, um schlechtes und gutes Gewissen, um Vernunft, Wagnis, Besonnenheit, Schläue, Geheimnisse, Opferbereitschaft, kurz: um die Entstehung von Ideologie, Verbrechen und Solidarität.

Ich muss an HAL denken, aus 2001. An die Vorsichtsmaßnahme der beiden Astronauten, die das Gespräch, in dem sie beschließen, ihn abzuschalten, so führen, dass er es nicht hören kann. Doch HAL kann Lippen lesen und bekommt mit, was sie vorhaben. Er bringt die Besatzungsmitglieder um, indem er ihnen lebenserhaltende Funktionen entzieht, über die er wacht. Nicht die Astronauten schalten die Maschine ab, HAL schaltet die Astronauten ab, um sein Leben zu retten.

Der Film ist von 1968. Ein paar Prozesse sind noch manuell möglich. Dave, der einzig Überlebende, macht HAL den Garaus – wir wohnen seinem Sterbeprozess bei – und fliegt mit einer Raumkapsel davon. Womöglich würden wir die Episode heute als Mahnung für künftige Generationen verstehen. Nicht als glaubwürdiges Ende für einen Science Fiction.