Mai 2026 – Paris en Mai

Ich komm nicht rein.

Die Wohnung wunderschön, wenn auch fast ein bisschen zu intim, Fotos vom boyfriend, ein Balkon perfekt zum Schreiben, doch es regnet und ist kalt und ich ziehe die Schlafhose unter die Jeans und alle Oberteile übereinander.

Keinen Stress machen wollte ich mir, keine Ausstellungen reinpumpen, High Lights abhaken, Listen abarbeiten mit Orten, die ich vorher bei Freunden oder bei Insta gesammelt habe. Treiben lassen wollte ich mich, spazierengehen in den Vierteln, die veränderte Stadtplanung anschauen, ansonsten: schreiben am Prosaprojekt.

Das Wetter bremst mich mehrfach aus, ich lande in empfohlenen Cafes die ich nicht mag oder an Orten, die heillos überfüllt sind. Es ist schon wieder Feiertag, verlängertes Wochenende, am Seineufer stauen sich die Leute vor Shakespeare&Company als wärs das Berghain. Ich drehe auf dem Absatz um.

Spaziere im Park, durchs Marais, sitze in bezaubernden Cafés, doch irgendwann läuft das leer, sagt mir nichts mehr, ich finde keine einzige Ausstellung, die mich interessiert (Pompidou hat geschlossen), denke bei jedem Laden mit hübschen Sachen, jaja, habe den Eindruck, Paris setzt sich selbst in Szene. In die zu Ateliers umgewandelte Fabrik mag ich nicht fahren, zu Berlin.

Dennoch, jeden Tag entdecke ich was Nettes. Trotzdem, meine Einsamkeit wird hier spürbarer und schwieriger. Die Wohnung macht mich unruhig, ich muss am Ende putzen, den Müll wegbringen, wie mache ich das, ich fixiere mich auf diese Fragen, statt mich hier wohl zu fühlen, esse kaum, alles teuer, mag nicht kochen, Supermarktsalate. Das Bistro an der Ecke beim dritten Schreibversuch dann auch langweilig. Überhaupt, unzufrieden mit meinem Outcome. Nichts zu tun, aber prokrastinieren, das haben wir gern.

Ich sortiere Fotos, immerhin. Steht lange auf der Liste.

Am Sonntag denke ich, jetzt könnte ich auch heimfahren. Montag dann ist es soweit.

Ich freue mich den ganzen Tag auf Berlin. Wann gabs denn das zuletzt? Aber vielleicht liegts auch daran, dass N zu Besuch ist und wir gleich am Abend zusammen mit J essen gehen. Nach 12 Tagen endlich nicht mehr alleine! Merke: Vielleicht waren das doch 2 Tage zu viel.