Juli 2026 – Die Behörden

Dieser Werbetext, gesprochen von einer martialisch klingenden Männerstimme, begegnet mir in Dauerschleife auf youtube:

Dieser handliche Hochdruckaufsatz ist so brutal, dass er zehn Jahre alten Dreck in nur dreißig Sekunden vom Beton schießt – Und genau deshalb versuchen die Behörden ihn vom Markt zu nehmen!

Der Text scheint mir auf den Punkt zu bringen, was in Deutschland gerade so gedacht und gefühlt wird.

Man möchte doch einfach nur mal in aller Ruhe mit einer richtig fetten Baumarkt-Waffe den ganzen Dreck wegschießen, sich in nur dreißig Sekunden befreien von der ganzen Last auf dem Beton, und einmal alles, was einen stört, den ganzen Wahnsinn, wegdonnern, damit endlich wieder alles sauber ist, wie neu, wie früher, aber das geht nicht, weil „die Behörden“ einen daran hindern. „Die Behörden“, also die Politiker, die Bürokratie, die Laber-Intellektuellen und ihre Medien, also alle, die meinen, sie könnten das Land mitgestalten, sich einmischen, in Dinge, die sie einen feuchten Dreck angehen, genau den feuchten Dreck, für den sich der Heimwerker ganz individuell im Baumarkt ein extrem powerfulles Tool kaufen möchte, aber diese Freiheit, die wollen sie uns jetzt auch noch nehmen. Da heißt es schnell sein, gewitzt, und an den Behörden vorbei noch schnell so ein Kettensägen-Ding ergattern. Denn die Freiheit des Dreckwegschießens, die lassen wir uns nicht nehmen, auf die Freiheit des Marktes, die die Behörden mit ihren idiotischen Gesetzen und Regeln einzuschränken versuchen, im Namen irgendeiner Demokratie, diesem outdated Konstrukt aus dem letzten Jahrhundert, an das eh nur noch glaubt, wer den Schuss nicht gehört hat, auf der beharren wir, indem wir den Behörden noch rasch zuvorkommen und den handlichen Hochdruckaufsatz umgehend in den Warenkorb schieben.

I feel you! Aber das ist auch keine Lösung.