Im ICE Restaurant entdeckt die uniformierte Bahnmitarbeiterin das Cover des Buches, das ich lese (Elena Ferrante, Meine geniale Freundin). Oh, das ist so toll, sagt sie, ich hab alle gelesen. Es gibt weitere drei Bände über die Lebenswege zweier ungleicher Freundinnen im Neapel ab den 60er Jahren. Auch ich plane, weiterzulesen. Ja, sage ich, ich finds auch super. Aber auch ganz schön traurig, sagt sie. Ja, sage ich, und die Bahnmitarbeiterin und ich schauen uns für einen Moment an, im wissenden Einverständnis darüber, dass das, was den Frauen in diesem Buch passiert, passiert, weil sie Frauen sind. Und wir sinds auch.