Bei dussmann im Café sehe ich einen Mann. Er ist etwa so alt wie ich. Er hat das gleiche bestellt wie ich. Parallel beißen wir in dieses komische Panini. Ich sehe es, er nicht. Wie ich liest er in seinem Handy herum. Er ist schmal, nicht allzu hübsch, aber nett, nicht besonders interessant angezogen, aber weder nachlässig noch geschmacklos, er braucht eine Brille, um lesen zu können, er krümelt auf seinen Pulli, er fegt die Krümel mit der Hand weg, er wischt den Käse an seinem Mundwinkel mit der Serviette ab, und nichts daran, nichts, ist mir unangenehm. Ich muss sogar lächeln darüber. Er genießt wie ich seine Zeit hier im Café, allein, lesend, das Licht, draußen langsam dunkel, der Verkehr, die Stadt. Mit dem würde ich mich unterhalten, denke ich, mit dem würde ich schlafen. Vielleicht würde er sich sogar freuen darüber. Irgendwann schaue ich wieder mal vom Handy hoch und zu ihm rüber. Seine Frau sitzt ihm gegenüber. Sie war wohl stöbern, er hat sich schon mal hier hingesetzt. Sie ist ganz anders als ich.
Vorbei.